12. Februar 2018

DER FALL GRUBER

Theaterstück von Thomas Baum

Freitag, 23.März 2018 19.30 Uhr
Michaelerkirche – Steyr

Der oberösterreichische Priester und Reformpädagoge Johann Gruber zählt zu den bedeutendsten Widerstandskämpfern Österreichs. Er trat konsequent für Schwächere ein, wollte verändern und erneuern.

Seine Arbeit als Lehrer und Erzieher zugunsten von Waisenkindern, blinden Kindern und Jugendlichen der Blindenanstalt Linz ist wegweisend. Seine kirchlichen Vorgesetzten hatten es angesichts seiner unkonventionellen Ideen und Vorstellungen nicht immer leicht mit ihm. Am 10.Mai 1938 wurde Gruber wegen seiner Ablehnung des NS-Regimes und angeblich sittlicher Verfehlungen verhaftet. Von 6.Juni 1939 bis 8.Februar 1940 musste er seine Strafe im Zuchthaus Garsten absitzen. Von dort kam er nach Dachau, Mauthausen und Gusen. In Gusen organisierte er Nahrungsmittel und Medikamente für seine Mithäftlinge. Für jugendliche KZ-Häftlinge in Gusen setzte er sein Leben aufs Spiel und bezahlte mit dem Tod. Liebevoll wurde er von ihnen „Papa Gruber“ genannt. Am Karfreitag, 7.April 1944 wurde er im KZ Gusen brutal ermordet. Österreichweit ist er wenig bekannt. Seine Mithäftlinge, die überlebt haben, bedauerten das immer. „Durch seine Güte konnten sich am Abend nach zwölf Stunden Arbeit … bis zu 30 junge Verhungernde versammeln, und er kam daher wie ein himmlischer Bote zur Austeilung seiner Suppe“, beschreibt ihn der überlebende Mithäftling Louis Deblé.

Ein Theaterstück des Schriftstellers und Drehbuchautors Thomas Baum.

Nach einer Biografie des Historikers und Verlegers Helmut Wagner.

Inszeniert und in der Titelrolle mit Regisseur und Schauspieler Franz Froschauer.

Vorverkauf € 20.-
Abendkassa € 25.-

Veranstalter: Dekanat Steyr in Kooperation mit Treffpunkt Dominikanerhaus, Mauthausen Komitee Steyr, Museum Arbeitswelt Steyr

VORVERKAUF

Treffpunkt Dominikanerhaus Steyr – Grünmarkt 1
07252/454000 – dominikanerhaus@dioezese-linz.at

Bürgerservice Steyr – Stadtplatz 2
07252/575-0

Museum Arbeitswelt Steyr – Wehrgrabengasse 7
07252/ 77351-0 – office@HYPERLINK „mailto:office@museum-steyr.at“museum-steyr.at

23. Oktober 2017

GEDENKFEIER AM JÜDISCHEN FRIEDHOF

Vor 79 Jahren, am 9. November 1938, inszenierten die Nationalsozialisten ein Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung. Geschäfte wurden geplündert, Synagogen zerstört und jüdische Bürger verhaftet. Auch in Steyr wurden Juden verhaftet und eingesperrt. Die Steyrer Synagoge blieb verschont, weil sie schon vorher arisiert wurde. Aus diesem Grund findet am Mittwoch, 08.November 2017 um 17.00 eine Gedenkfeier am Jüdischen Friedhof in Steyr statt.

Die Gedenkrede hält Dr. Charlotte Herman, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Linz. Musikalisch gestaltet wird die Feier von Matthias Kronsteiner auf seinem Fagott. Vertreter der Parteien und Organisationen werden mit Kränzen der Opfer gedenken. Alle Teilnehmer können als persönlichen Akt des Gedenkens vor dem Holocaust-Denkmal „Steine des Erinnerns“ niederlegen. Die männlichen Teilnehmer werden gebeten, nach jüdischem Brauch am Friedhof eine Kopfbedeckung zu tragen.

Der Friedhof befindet sich am Taborweg, zwischen Schnallentor und Taborrestaurant.

 

Der Friedhof mit seinen 141 Gräbern wurde 1874 eingeweiht. 1945 sollte er zerstört werden, aber das Kriegsende vereitelte diesen Plan. Das letzte Begräbnis fand 1992 statt. Das Mauthausen Komitee Steyr rettete den Friedhof vor dem Verfall. 1989 wurde an der Außenmauer eine Gedenktafel errichtet, 2008 das Holocaust-Denkmal mit 86 Namen der Steyrer Opfer.

 

VORTRAG „ LUTHER UND DIE JUDEN“

Passend zum Gedenkjahr „500 Jahre Reformation 1517 – 2017 “ lädt das Mauthausen Komitee Steyr, das Dominikanerhaus, die Evangelische Pfarrgemeinde und das Museum Arbeitswelt am Mittwoch, 08. November 2017 um 19.30 Uhr zu dem Vortrag „Luther und die Juden“ ins Dominikanerhaus ein. Nicht zufällig wurde das Dominikanerhaus als Veranstaltungsort gewählt. Das Dominikanerhaus war in der Reformationszeit eine berühmte evangelische Lateinschule. Referent ist der wissenschaftliche Leiter des Evangelischen Museums in Rutzenmoos Mag. Günter Merz.

Luther war zweifellos ein tiefgläubiger Mensch, ein überragender Theologe und begnadeter Schriftsteller, aber er hatte auch seine Schattenseiten. 1543 verfasste er die Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ und forderte darin von der Obrigkeit, dass man die Synagogen und Schulen der Juden in Brand stecke und ihre Häuser zerstöre. Später beriefen sich Antisemiten immer wieder auf den Hass Luthers gegen die Juden.

18. September 2017

TAG DES DENKMALS – Sonntag, 24.September 2017

Jüdischer Friedhof geöffnet

Kopfbedeckung für männliche Besucher

Am „Tag des Denkmals“, Sonntag, 24.September 2017, kann der ansonsten versperrte Jüdische Friedhof in Steyr von 14.00 bis 16.00 besichtigt werden. Der Eingang liegt am Taborweg, zwischen Schnallentor und Taborrestaurant. Führungen werden um 14.15 Uhr und um 15.15 Uhr angeboten.

Das „Haus der Gräber“ – auf Hebräisch „Beth Hachivot“ – weist 141 Gräber auf, davon 66 Frauengräber, viele auch mit hebräischen Inschriften. Der Jüdische Friedhof in Steyr wurde am 4.Mai 1874 durch den Linzer Rabbiner Dr. Abraham Salomon Frank feierlich eingeweiht, nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts jüdische Familien aus Böhmen und Mähren nach Steyr zogen. 1945 sollte der Friedhof zerstört werden, aber das Kriegsende vereitelte diesen Plan. Das letzte Begräbnis fand 1992 statt.

Zu sehen ist auch das 2008 errichtete Holocaust-Denkmal mit 86 Namen der Steyrer Opfer, eine Marmorplatte mit den Spendern der ehemaligen Synagoge, ein Denkmal für die Opfer des Todesmarsches der ungarischen Juden und eine 2012 errichte Gedenkplatte mit 15 Namen von Opfern dieses Todesmarsches.

Seit mehr als 20 Jahren kümmert sich das Mauthausen Komitee Steyr um den Friedhof und konnte ihn so vor dem Verfall retten. 2013 bekam das Komitee dafür den „Steyrer Panther“ – ein Preis für Verdienste um den Denkmalschutz – verliehen. Im Sommer 2014 wurden 10 Grabsteine saniert, 2015 die Gedenktafel für Tempelvorstand Moritz Wurmfeld restauriert. 1938 wurde die jüdische Kultusgemeinde Steyr von den Nationalsozialisten ausgelöscht, die Grabsteine des Friedhofes erzählen aber weiter über das jüdische Leben in Steyr.

Die männlichen Besucher werden gebeten, dem jüdischen Brauch entsprechend, eine Kopfbedeckung zu tragen.

„Stollen der Erinnerung“ geöffnet

Der „Stollen der Erinnerung“ in Steyr kann am Tag des Denkmals, Sonntag, 24.September 2017, von 14.00 bis 17.00 besichtigt werden. Den Besuchern wird empfohlen warme Kleidung zu tragen. Die Temperatur im Stollen beträgt nur 8° bis 12° Grad. Der Eingang befindet sich bei Zwischenbrücken. Empfohlen wird der Besuch ab 14 Jahren.

Ein 140 Meter langer Stollen unter dem Schloss Lamberg, der von KZ-Häftlingen gebaut wurde, ist Schauplatz der Ausstellung. Der Weg beginnt mit den Krisen der 1930er Jahre, dem ‚Anschluss‘ 1938 und dem Ausbau der Steyr-Werke zu einem führenden Rüstungskonzern. Das Schicksal der Zwangsarbeiter/innen und KZ-Häftlinge in Steyr wird anhand von Fotos, Dokumenten, Zeichnungen, Originalgegenständen und persönlichen Berichten anschaulich vermittelt. Die Befreiung 1945, der Umgang mit den Tätern, das jahrzehntelange Schweigen nach dem Krieg und der Widerstand sind weitere Themen.

Am Samstag, 23.September 2017 wird um 15.00 Uhr eine Führung durch den „Stollen der Erinnerung“ angeboten. Treffpunkt: Museum Arbeitswelt Steyr – Eingang;

Kosten: € 9.-/Person