19. November 2014

“Stollen der Erinnerung” bekommt Förderpreis zum Österreichischen Museumspreis 2014

STEYR. Der mit € 10.000 dotierte Förderpreis zum Österreichischen Museumspreis 2014 geht an den Stollen der Erinnerung in Steyr.

„Mit dem Österreichischen Museumspreis weisen wir sichtbar auf die Qualität der vielfältigen österreichischen Museumslandschaft hin, und regen viele andere Museen dazu an, es den ausgezeichneten Häusern nachzumachen”, begründet Kulturminister Josef Ostermayr den Museumspreis, der heuer bereits zum 21. Mal vergeben wird. Den Hauptpreis erhielt das Webereimuseum Haslach, den Förderungspreis der Stollen der Erinnerung in Steyr und den Würdigungspreis das Jüdische Museum in Wien. 

Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass dem “Stollen der Erinnerung” in Steyr “ein völlig neues und unkonventionelles Museumskonzept zugrunde liegt. Geschichts-vermittlung am authentischen Ort, in der beklemmenden Atmosphäre einer unter-irdischen Stollenanlage, kann nicht nachvollziehbarer, nicht berührender empfunden werden, als es hier der Fall ist.” Seit Oktober 2013 wird im “Stollen der Erinnerung” eine Ausstellung über das Konzentrationslager Münichholz und die ZwangsarbeiterInnen von Steyr gezeigt, das die Perspektive dieser Menschen ins Zentrum der gesamten Vermittlung stellt. “Erinnerung, Widerstand und Menschenwürde sind inhaltliche Schwerpunkte, deren Thematisierung insbesondere für den schulischen Vermittlungs-bereich gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, wobei anerkennend festgestellt werden muss, dass die Dramaturgie der Ausstellungskonzeption dazu führt, dass sich der Ort gleichsam selbst vermittelt“, so die weitere Begründung der hochkarätigen Jury.

Das Mauthausen Komitee Steyr ist natürlich stolz auf diese große Würdigung. Immerhin ist es seit mehr als 14 Jahren das erste Museum, das mit einer zeitgeschichtlichen Thematik diesen Preis bekommt. “Dieser Förderungspreis ist eine große Auszeichnung, die unser 15-köpfiges Komitee sehr freut und die uns bestärkt unser Engagement gegen das Vergessen fortzusetzen”, sagt Komitee-Vorsitzender Karl Ramsmaier.

Die Preisverleihung findet am 3. Dezember 2014, um 19 Uhr, im Webereimuseum in Haslach statt, der Kulturminister wird die Preise persönlich übergeben.

14. November 2014

Ehrenzeichen der Stadt Steyr

Mit dem Ehrenzeichen der Stadt Steyr für besondere Leistungen im sozialen Bereich wurde Mag. Karl Ramsmaier ausgezeichnet.

Mag. Karl Ramsmaier ist gebürtiger Steyrer, Jahrgang 1961. Er wohnt nun in Garsten. Seit dem Jahr 1988 setzt sich Karl Ramsmaier gemeinsam mit anderen engagierten Menschen aus der Region für das Andenken an die Opfer des Nazi-Terrors ein. Vorerst unter dem Namen Mauthausen Aktiv Steyr organisierte die Gruppe um Karl Ramsmaier Informations-Veranstaltungen und Schul-Initiativen, gemeinsam mit Mag. Waltraud Neuhauser-Pfeiffer hat Karl Ramsmaier unter anderem auch ein Buch über die Juden in Steyr geschrieben. Seit dem Frühjahr 2009 ist das Mauthausen Komitee Steyr ein Verein mit dem Ziel, die Nazi-Zeit in Steyr zu erforschen, Gedenkstätten zu betreuen und Gedenkfeiern zu organisieren. Das Mauthausen Komitee Steyr tritt gegen Antisemitismus sowie jede Form von Rassismus und Faschismus auf. Das jüngste Projekt ist der Stollen der Erinnerung, eine Ausstellung zum Thema KZ und Zwangsarbeit in Steyr. Diese Ausstellung wird sehr gut besucht, sowohl von den Menschen aus Steyr als auch Besuchern aus anderen Regionen. Das Komitee erhielt 2006 den Solidaritätspreis der Kirchenzeitung Linz und 2009 den Inter.Kultur.Preis für das Projekt „Erinnerungskultur Steyr 2008“. Karl Ramsmaier wurde 2002 mit dem Elfriede-Grünberg-Preis der Welser Initiative gegen Faschismus ausgezeichnet und erhielt 2013 den Menschenrechtspreis des Landes Oberösterreich für jahrelangen Einsatz um die Aufarbeitung der Nazi-Zeit in der Region Steyr.

14. Oktober 2014

ENTHÜLLUNG des Kunstobjektes “KRISTALLTAG” in der RATHAUSPASSAGE STEYR

Johannes Angerbauer hat schon durch viele Kunstprojekte im öffentlichen Raum auf sich aufmerksam gemacht. Am Donnerstag, 6. November 2014 wird um 19.00 eines seiner Schlüsselwerke in der Rathauspassage in Steyr enthüllt. Die beiden Vizebürgermeister Wilhelm Hauser und Gunther Mayrhofer werden dabei Grußworte sprechen. Katrin Auer, Historikerin und Geschäftsführerin des Museums Arbeitswelt wird in ihrer Rede die Hintergründe des Kunstwerkes erhellen. Zu hören wird auch das “Kristallknistern” sein, das bei der Entstehung 1998 zu hören war.

Das Instrumentalensemble des BRG Steyr unter der Leitung von Christian Hatzenbichler sorgt für die musikalische Umrahmung.

Johannes Angerbauer schuf das Kunstobjekt “Kristalltag” anlässlich des 60. Jahrestages der ‘Reichpogromnacht’ 1998. Hand- und Fußspuren von 38 Menschen, die das Schicksal der Verfolgung und Vertreibung erleiden mussten, sind in diesem Kunstwerk vereint. Die ersten Spuren hinterließ die Auschwitz-Überlebende Alice Rusz, die aus einer jüdischen Familie aus Steyr stammte. Am 9. November 1998 wurden im Haus des letzten Steyrer Juden symbolhaft dem Glas – ein Konnex zur sog. “Reichskristallnacht” – zwei Schläge versetzt, um damit auf die Schicksals-schläge heutiger und damaliger Vertriebener hinzuweisen. Durch das Zerbrechen des Glases wurde das Kunstobjekt vollendet. 2012 wurde es bei der internationalen Großausstellung “GOLD” im Belvedere gezeigt.