21. April 2016

Stollen der Erinnerung unter den German Design Award 2016 Preisträgern

Seit 2012 wird vom Rat der Formgebung in Frankfurt der German Design Award für einzigartige Design-Trends verliehen. Es handelt sich um den Premiumpreis der Design-Preise in Deutschland.

In der Kategorie „Excellent Communications Design – Fair and Exhibition“ wurde verschiedensten Projekten, die zwischen 2013 und 2015 realisiert wurden, eine Auszeichnung des German Design Award 2016 verliehen. Architekt Bernhard Denkinger und das Mauthausen Komitee Steyr als Auftraggeber wurden für das Projekt „Stollen der Erinnerung“ mit einer Special Mention ausgezeichnet.

 

In der Jurybegründung heißt es:

Ein bogenförmiger, mit gläsernen Lichtstelen gestalteter Zugang führt zu zwölf Leuchtinstallationen, die die Planung, Errichtung und „Verwaltung“ des ehemaligen KZ Steyr-Münichholz dokumentieren. Das von den ehemaligen KZ-Häftlingen errichtete Bauwerk wurde in seinem rohen Charakter belassen. Rhythmisch strukturierte Wegstrecken wechseln mit ruhigen, „meditativen“ Passagen. Die beiden Außentore erhielten neue Fassungen aus Stahl und Sichtbeton, wodurch das Stollenprofil nach außen sichtbar wird. Eine sensible, dem Ort mit seiner dunklen Vergangenheit angemessene und berührende Ausstellung gegen das Vergessen.“

Bernhard Denkinger und Mauthausen Komitee Vorsitzender Karl Ramsmaier freuen sich über diese außergewöhnliche Auszeichnung.

„Damit wird erneut die inhaltliche und gestalterische Qualität dieses unterirdischen Museums in Steyr gewürdigt“, sind beide überzeugt.

Der „Stollen der Erinnerung“ wurde 2013 eröffnet. Unter den über 10.000 Besuchern bisher waren auch Gruppen aus Frankreich, Italien, Deutschland, den USA, Wien und Tirol. Über 400 Führungen durch den „Stollen der Erinnerung“ wurden bereits durchgeführt.

BEFREIUNGSFEIER beim KZ-Denkmal

Anlässlich des 71. Jahrestages der Befreiung des KZ-Nebenlagers Steyr-Münichholz findet am Pfingstmontag, 16.Mai 2016 um 17.30 beim KZ-Denkmal in der Haagerstraße die alljährliche Befreiungsfeier statt. Gedenkredner wird der Steyrer Schriftsteller Erich Hackl sein. Er beschäftigt sich mit dem Spanischen Bürgerkrieg, Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus und der Verfolgung der Roma und Sinti. Eines seiner bekanntesten Bücher ist „Abschied von Sidonie“ (1989), das auch verfilmt wurde. Immer wieder interessieren ihn Menschen, die mutig gegen Diktatur und Unterdrückung auftreten und nicht selten dabei das eigene Leben riskieren oder sogar verlieren. Zuletzt erschienen ist das Buch „Drei tränenlose Geschichten“ (2014). 2016 bekam er den Anton Wildgans-Preis der Österreichischen Industrie.

Thema der heurigen Befreiungsfeier ist „Internationale Solidarität“. Im KZ Steyr- Münichholz befanden sich Häftlinge aus allen europäischen Staaten. Musikalisch gestaltet wird die Feier von den Steyrer Sängern „Die Chorreichen 17“ und dem „Chor Mix-Dur“. Bürgermeister Gerald Hackl wird die Grußworte der Stadt Steyr überbringen. Erwartet werden auch eine Delegation der Amicale de Mauthausen (Angehörige französischer KZ- Opfer), eine große Delegation der ANED (Angehörige italienischer KZ-Opfer) aus Mailand und Vertreter des Deutschen Mauthausen Komitees.

Beim KZ-Denkmal werden Kränze niedergelegt und eine Gedenkminute abgehalten.

3. März 2016

Weltfrauentag 8. März 2016

Stollen der Erinnerung“ geöffnet

STEYR. Anlässlich des Weltfrauentages am Dienstag, 8. März 2016 öffnet das Mauthausen Komitee Steyr den „Stollen der Erinnerung“ von 14.00 bis 17.00 Uhr.

Das Schicksal der Zwangsarbeiterinnen und der Widerstandskämpferin Herta Schweiger sollen an diesem Tag besondere Beachtung finden. Mit 16 Jahren wurde das polnische Mädchen Leokadia Stanislawska 1942 nach Steyr verschleppt. Täglich musste sie 11 Stunden Zwangsarbeit leisten, die sie kaum schaffen konnte. Die Unterstützung der Arbeitkolleginnen half ihr die schwere Arbeit halbwegs zu bewältigen. Untergebracht war sie im Dunklhof-Lager in der heutigen Waldrandsiedlung. In selben Lager war auch Nina Kowaltschuk aus der Ukraine. „Wir wurden sehr schlecht versorgt“, sagte sie. „Das Essen war schwer hinunterzuschlucken“, pflichtete ihr Leokadia Stanislawska bei. Erst kürzlich konnten die Briefe der französischen Zwangsarbeiterin Paulette Callendreau übersetzt werden, die 1944 mit 22 Jahren bei einem Bombenangriff ums Leben kam. Ihr Grab gibt es bis heute am Steyrer Friedhof.

Die Krankenschwester Herta Schweiger gehörte einer illegalen kommunistischen Widerstandsgruppe an. Sie half KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern und sammelte Geld für Frauen und Kinder von verhafteten Nazi-Opfern. Im Polizei-gefängnis in Linz wurde sie zu Tode gefoltert.

Der Eintritt beträgt 7.- Euro (ermäßigt 5.- Euro). Aufgrund der Temperatur im Stollen – ca. 8°-12° Grad – wird warme Kleidung empfohlen.