7. Juni 2019

URNENGRUFT STEYR

DENKMAL-ENTHÜLLUNG
FREITAG, 14. JUNI 2019, 17 UHR
URNENFRIEDHOF STEYR, TABORWEG

1948 wurden etwa 800 Urnen von KZ-Häftlingen im Urnenfriedhof Steyr in einer gemauerten Urnengruft beigesetzt. Jahrzehnte war die Gruft nicht mehr sichtbar, weil ein Gehweg über die Gruft führte. Damit war auch das Schicksal der H ­ äftlinge vergessen bis 2011 die Gruft wieder entdeckt wurde. Die Erforschung der Namen konnte 2017 abgeschlossen werden. Bei 84 Urnen war es noch möglich die Namen fest­zustellen. Zwei Urnen konnten Angehörigen übergeben werden. Am 14. Juni 2019 wird nun über der Urnengruft ein Denkmal mit den Namen der Opfer enthüllt.

Begrüßung   Mag. Karl Ramsmaier | Mauthausen Komitee Steyr

Grußworte
Wilhelm Hauser | Vizebürgermeister der Stadt Steyr
Vertreter/in des Bundesministeriums für Inneres

Gedenkrede   Mag. Karl Ramsmaier | Mauthausen Komitee Steyr

Zur Gestaltung   Mag. Bernhard Denkinger | Architekt

Worte von Angehörigen
Daniel Engel | Enkel von Emil Baum (1904 – 1940)
Jacek Ormicki | Sohn von Wiktor Ormicki (1898 – 1941)

ENTHÜLLUNG DES DENKMALS
VERLESUNG DES TEXTES
GEDENKMINUTE
KRANZNIEDERLEGUNG

Musik   Saxophonensemble | Musikverein Aschach

   

JEDER MENSCH HAT DAS RECHT AUF LEBEN,
FREIHEIT UND SICHERHEIT DER PERSON.
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte – Artikel 3

UM ANMELDUNG WIRD GEBETEN

3. April 2019

„NIEMALS NUMMER. IMMER MENSCH“

Befreiungsfeier beim KZ-Denkmal

Anlässlich des 74. Jahrestages der Befreiung des KZ-Nebenlagers Steyr-Münichholz findet am Montag, 06.Mai 2019 um 17.30 beim KZ-Denkmal in der Haagerstraße die alljährliche Befreiungsfeier statt.

Gedenkredner ist der ehemalige Caritaspräsident Dr. Franz Küberl. Franz Küberl hat sich immer wieder mit großer Entschiedenheit für die Schwächeren und Ausgegrenzten eingesetzt. „Es geht um Ehrfurcht. Weil es um Menschen geht – um Ehrfurcht vor den gequälten, gefolterten, misshandelten, gedemütigten und ermordeten Menschen – sie dürfen nicht nochmals zu Tode kommen, indem wir Ihr Andenken nicht wahren,“, sagte er in einer Rede 2013

Niemals Nummer. Immer Mensch“ wurde als Thema der heurigen Befreiungsfeier gewählt. Bei der Registrierung der Häftlinge im KZ wurde ihnen das letzte Merkmal der Individualität genommen. Sie wurden mit einer Nummer versehen. Der Raub des Eigennamens bedeutete auch das Ende der bisherigen Lebensgeschichte. Die Häftlinge wurden nur mehr mit ihrer Nummer gerufen und mussten sich immer mit ihrer Nummer melden. Sie waren für die Nazis nur mehr eine „Nummer“.

Im KZ-Nebenlager Steyr Münichholz waren 1500 bis 3000 Häftlinge aus allen europäischen Staaten untergebracht. Unter ihnen auch der Italiener Cesare Lorenzi, der sechs Konzentrationslager überlebte und 14 Tage nach der Befreiung in Mauthausen an den Folgen der KZ-Haft starb. Seine Tochter kommt seit mehr als zehn Jahren jedes Jahr nach Steyr. Am 5.Mai 1945 befreiten amerikanische Truppen das KZ Steyr-Münichholz. Die Überlebenden litten noch Jahrzehnte an ihrer menschlichen Entwürdigung, viele Angehörige wussten oft Jahre nicht, wo ihre Verwandten zu Tode kamen.

Musikalisch gestaltet wird die Feier von Valentin Konecovski am Akkordeon und Valeri Kostadinov am Saxophon. Auch Schülerinnen und Schüler der NMS Sierning und die „Omas gegen rechts“ werden Beiträge gestalten. Bürgermeister Gerald Hackl überbringt die Grußworte der Stadt Steyr, Daniel Simon wird als Präsident derAmicale de Mauthausen, der Organisation der Angehörigen französischer KZ-Opfer, sprechen. Nach einer Gedenkminute werden beim KZ-Denkmal Kränze niedergelegt. 25 Organisationen unterstützen als Mitveranstalter die Feier.

11. Oktober 2018

KONZERT & LESUNG „EL MALE RACHAMIM“

Kammerorchester Haidershofen
Lesung: Bernhard Schmalzel

Donnerstag, 08. November 2018 um 19. 00 Uhr
Museum Arbeitswelt Steyr

„El male Rachamim“ – Gott voller Erbarmen, das sind die Anfangsworte eines jüdischen Gebetes, welches nach alter jüdischer Tradition bei Bestattungen und Todestagen, aber auch zum Gedenken an die Opfer des Holocaust vorgetragen wird. Im Gedenken an das Novemberpogrom vor 80 Jahren erinnert das Kammerorchester Haidershofen unter der musikalischen Leitung von Professor Ernst Kronsteiner an das Leben und das Schicksal der jüdischen Kultusgemeinde in Steyr. Bernhard Schmalzl wird dazu ausgewählte Texte lesen, die über die Ereignisse im November 1938 berichten. Auf dem Programm stehen Werke von Samuel Adler, Ney Rosauro, Benjamin Britten und Ferenc Javori. Der Musiker Karol Heimberger aus Haidershofen überarbeitete für diesen Jahrestag eine eigene Komposition. Solist auf der Marimba ist der junge Ennser Michael Spiekermann.

Der Eintritt ist frei, freiwillige Spenden sind erbeten.