18. September 2017

TAG DES DENKMALS – Sonntag, 24.September 2017

Jüdischer Friedhof geöffnet

Kopfbedeckung für männliche Besucher

Am „Tag des Denkmals“, Sonntag, 24.September 2017, kann der ansonsten versperrte Jüdische Friedhof in Steyr von 14.00 bis 16.00 besichtigt werden. Der Eingang liegt am Taborweg, zwischen Schnallentor und Taborrestaurant. Führungen werden um 14.15 Uhr und um 15.15 Uhr angeboten.

Das „Haus der Gräber“ – auf Hebräisch „Beth Hachivot“ – weist 141 Gräber auf, davon 66 Frauengräber, viele auch mit hebräischen Inschriften. Der Jüdische Friedhof in Steyr wurde am 4.Mai 1874 durch den Linzer Rabbiner Dr. Abraham Salomon Frank feierlich eingeweiht, nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts jüdische Familien aus Böhmen und Mähren nach Steyr zogen. 1945 sollte der Friedhof zerstört werden, aber das Kriegsende vereitelte diesen Plan. Das letzte Begräbnis fand 1992 statt.

Zu sehen ist auch das 2008 errichtete Holocaust-Denkmal mit 86 Namen der Steyrer Opfer, eine Marmorplatte mit den Spendern der ehemaligen Synagoge, ein Denkmal für die Opfer des Todesmarsches der ungarischen Juden und eine 2012 errichte Gedenkplatte mit 15 Namen von Opfern dieses Todesmarsches.

Seit mehr als 20 Jahren kümmert sich das Mauthausen Komitee Steyr um den Friedhof und konnte ihn so vor dem Verfall retten. 2013 bekam das Komitee dafür den „Steyrer Panther“ – ein Preis für Verdienste um den Denkmalschutz – verliehen. Im Sommer 2014 wurden 10 Grabsteine saniert, 2015 die Gedenktafel für Tempelvorstand Moritz Wurmfeld restauriert. 1938 wurde die jüdische Kultusgemeinde Steyr von den Nationalsozialisten ausgelöscht, die Grabsteine des Friedhofes erzählen aber weiter über das jüdische Leben in Steyr.

Die männlichen Besucher werden gebeten, dem jüdischen Brauch entsprechend, eine Kopfbedeckung zu tragen.

„Stollen der Erinnerung“ geöffnet

Der „Stollen der Erinnerung“ in Steyr kann am Tag des Denkmals, Sonntag, 24.September 2017, von 14.00 bis 17.00 besichtigt werden. Den Besuchern wird empfohlen warme Kleidung zu tragen. Die Temperatur im Stollen beträgt nur 8° bis 12° Grad. Der Eingang befindet sich bei Zwischenbrücken. Empfohlen wird der Besuch ab 14 Jahren.

Ein 140 Meter langer Stollen unter dem Schloss Lamberg, der von KZ-Häftlingen gebaut wurde, ist Schauplatz der Ausstellung. Der Weg beginnt mit den Krisen der 1930er Jahre, dem ‚Anschluss‘ 1938 und dem Ausbau der Steyr-Werke zu einem führenden Rüstungskonzern. Das Schicksal der Zwangsarbeiter/innen und KZ-Häftlinge in Steyr wird anhand von Fotos, Dokumenten, Zeichnungen, Originalgegenständen und persönlichen Berichten anschaulich vermittelt. Die Befreiung 1945, der Umgang mit den Tätern, das jahrzehntelange Schweigen nach dem Krieg und der Widerstand sind weitere Themen.

Am Samstag, 23.September 2017 wird um 15.00 Uhr eine Führung durch den „Stollen der Erinnerung“ angeboten. Treffpunkt: Museum Arbeitswelt Steyr – Eingang;

Kosten: € 9.-/Person

20. April 2017

BEFREIUNGSFEIER beim KZ-Denkmal

Anlässlich des 72. Jahrestages der Befreiung des KZ-Nebenlagers Steyr-Münichholz findet am Montag, 8. Mai 2017 um 17.30 beim KZ-Denkmal in der Haagerstraße die alljährliche Befreiungsfeier statt.

Gedenkredner ist Albert Langanke, Ehrengeneralsekretär des Comite’ International de Mauthausen. Er ist schon mehr als 50 Jahre auf internationaler Ebene, aber auch in Österreich für das Erinnern an KZ-Opfer und ihr Schicksal aktiv. Sein Onkel wurde von den Nationalsozialisten in Hartheim ermordet. 2012 wurde er für seine antifaschistische Arbeit mit dem Menschenrechtspreis des Landes OÖ. ausgezeichnet.

Angesichts eines erstarkenden Nationalismus in vielen Ländern Europas und darüber hinaus erscheint das Thema der heurigen Befreiungsfeier „Internationalität verbindet“ besonders aktuell. Im KZ Steyr- Münichholz befanden sich Häftlinge aus allen europäischen Staaten. Musikalisch gestaltet wird die Feier vom „Ensemble des BRG Steyr“ unter der Leitung von Mag. Michael Hatzenbichler. Vizebürgermeister Wilhelm Hauser wird die Grußworte der Stadt Steyr überbringen. Erwartet wird auch eine Delegation der Amicale de Mauthausen, eine Angehörigenorganisation französischer KZ-Opfer. Ihr Präsident Daniel Simon wird auch wieder das Wort ergreifen. Die Delegation der ANED, einer Angehörigenorganisation italienischer KZ-Opfer aus Mailand, wird am Samstag, 06.Mai 2017 bei Italiener-Denkmal am Taborfriedhof eine Gedenkfeier durchführen. Auch bei der heurigen Befreiungsfeier werden beim KZ-Denkmal wieder Kränze niedergelegt und eine Gedenkminute abgehalten.

21. Februar 2017

SZENISCHE LESUNG: „ETTY – EROTIK; SPIRITUALITÄT UND INTELLEKTUELLE LEIDENSCHAFT“

Mittwoch, 08.März 2017 um 19.30 im Alten Theater Steyr

Die niederländische Jüdin Etty Hillesum begann auf Anraten ihres Psychotherapeuten und späteren Geliebten ihr Denken und Leben in Amsterdam zwischen 1940 und 1943 in einem beeindruckenden Tagebuch aufzuzeichnen. Dieses einzigartige literarische Dokument ist ein Zeugnis von atemberaubender Klarheit, spiritueller Dichte und sprühender Lebendigkeit, das trotz widrigster Umstände unbändige Lebensfreude ausstrahlt. Etty Hillesum hat leidenschaft-lich gelebt und geliebt und zu einer tiefen Menschlichkeit gefunden. Sie wurde 1943 in Auschwitz ermordet. Der Regisseur und Autor Johannes Neuhauser hat aus den 700 Tagebuchseiten eine verdichtete Fassung entworfen, die von den Schauspielern Bettina Buchholz, Georg Bonn und Erich Langwieser auf eindringliche Weise in Szene gesetzt wird. ETTY zeigt, wie man auch unter schwierigsten Bedingungen Lebenssinn bewahren kann.

Dem Mauthausen Komitee Steyr ist es gemeinsam mit dem Dominikanerhaus und dem Museum Arbeitswelt gelungen diese Szenische Lesung am Weltfrauentag, Mittwoch, 08.März 2017 um 19.30 Uhr in das Alte Theater nach Steyr zu bringen. Im Linzer Musiktheater war das Stück ein großer Erfolg, die Veranstaltung war immer ausverkauft. „Etty hat ihre sprudelnde Sexualität mit Spiritualität verbunden. Bettina Buchholz liest und spielt eine hinreißende Etty“, hieß es in einem Beitrag im ORF-Ö1. „ Ich war von Ettys Tagebuch ‚Das denkende Herz in der Baracke’ und von der Aufführung im Musiktheater in Linz so fasziniert, dass ich diese Aufführung unbedingt nach Steyr bringen wollte“, sagt Mauthausen Komitee-Vorsitzender Karl Ramsmaier.

Vorverkaufskarten gibt es im Treffpunkt Dominikanerhaus Steyr, im ÖGB-Sekretariat Steyr und im Bürgerservice der Stadt Steyr. Vorverkauf: € 14.- / Abendkassa: € 16.-