29. September 2010

GEDENKFEIER AM JÜDISCHEN FRIEDHOF

Gedenken an die Opfer der „Reichkristallnacht“ vor 72 Jahren

Vor 72 Jahren, am 9. November 1938, inszenierten die Nationalsozialisten ein Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung. Geschäfte wurden geplündert, Synagogen zerstört und jüdische Bürger verhaftet. 18 Steyrer Juden wurden in der Berggasse eingesperrt, darunter auch drei Kinder. Aus diesem Anlass veranstaltet das Mauthausen Komitee
am 9. November 2010 um 17.00 Uhr am Jüdischen Friedhof eine Gedenkfeier.
Die Gedenkrede wird Gunther Trübswasser, Vorsitzender von SOS Menschenrechte Österreich, halten. Musikalisch gestaltet die Feier der Chor „Rechord“ unter der Leitung von Mag. Reinhard Brandstetter.
Vertreter der Parteien und Organisationen werden mit Kränzen der Opfer gedenken. Alle Teilnehmer können als persönlichen Akt des Gedenkens vor dem Holocaust-Denkmal „Steine des Erinnerns“ niederlegen. Die männlichen Teilnehmer werden gebeten, nach jüdischem Brauch am Friedhof eine Kopfbedeckung zu tragen.
„Unser Anliegen ist es, die Opfer würdigen und darauf aufmerksam zu machen, dass Antisemitismus keineswegs Geschichte ist, sondern nach wie vor in der Gesellschaft verbreitet ist“, so Mauthausen Komitee-Vorsitzender Karl Ramsmaier.

anschließend:

    ZEITREISE DURCH DEN JÜDISCHEN WITZ
im MUSEUM ARBEITSWELT
um 19.30 Uhr
    „Der bittersüße Humor einer großen Welt“        
Eine unterhaltsame Zeitreise durch denjüdischen Witz
        von und mit Wolfgang Wagner.
    Jiddische Klezmer-Musik: Martina Puchner(Violine) – Margit Aufreiter (Akkordeon) – Sven Lukas Wällstedt (Kontrabass)

KinderUni Steyr 2010: Die Juden in Steyr – Auf Spurensuche in eine vergessene Welt

Auch heuer machte sich eine Gruppe von 20 Kindern im Alter von 12-14 Jahren unter der Leitung von Waltraud Neuhauser und Karl Ramsmaier auf eine Entdeckungsreise durch das jüdische Steyr. Die Kinder waren mit großem Interesse und Eifer bei der Sache und entdeckten selbständig mit versteckten Hinweisen bei ihrem Stadtrundgang die Wohn- und Arbeitsstätten, die ehemalige Synagoge, den jüdischen Friedhof und das Schicksal der jüdischen Mitbürger/innen. So wurde die vergessene Welt der Juden in Steyr wieder lebendig, aber auch ihre Verfolgung, Vertreibung und Ermordung sichtbar gemacht.

Klicken sie auf das Foto um es zu vergrößern