29. April 2015

BEFREIUNGSFEIER beim KZ-Denkmal

Anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des KZ-Nebenlagers Steyr-Münichholz findet am Montag, 11.Mai 2015 um 17.30 beim KZ-Denkmal in der Haagerstraße die alljährliche Befreiungsfeier statt. Gedenkredner wird der ehemalige KZ-Häftling Prof. Rudolf Gelbard sein. Er war von Anfang Oktober 1942 bis Mai 1945 als Kind im KZ Theresienstadt inhaftiert. Seine Eltern starben an den Folgen der KZ-Haft. Er holte nach der Befreiung seine Ausbildung nach, arbeitete aIs Handelsvertreter und war 15 Jahre lang Redakteur beim „Kurier“. Für seine antifaschistische Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen u.a. das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien. Thema der heurigen Befreiungsfeier ist „Steinbruch und Zwangsarbeit“. Musikalisch gestaltet wird die Feier von der Gruppe „Solid Brass“. Bürgermeister Gerald Hackl wird die Grußworte der Stadt Steyr überbringen. Erwartet wird auch eine Delegation der Amicale de Mauthausen (Angehörige französischer KZ- Opfer).

Beim KZ-Denkmal werden Kränze niedergelegt und eine Gedenkminute abgehalten.

 Einladung zur Befreiungsfeier

„Stollen der Erinnerung“ am 1. Mai 2015 geöffnet

Das Mauthausen Komitee Steyr öffnet am 1. Mai den „Stollen der Erinnerung“ als Beitrag zum „Tag der Arbeit“. „Bis zu 10.000 Menschen aus allen europäischen Ländern wurden in Steyr in der NS-Zeit als Zwangsarbeiter ausgebeutet. Dazu kommen noch 1.500 bis 3000 KZ-Häftlinge, die unter unmenschlichsten Bedingungen Sklavenarbeit verrichten mussten. Sie arbeiteten in der Rüstungs-industrie, im Straßenbau, im Stollenbau und in der Landwirtschaft. Das sollten wir an diesem Tag nicht vergessen“, meint Karl Ramsmaier vom Mauthausen Komitee Steyr.

Joseph Pastre aus Frankreich wurde 1943 in das Reithoffer-Lager versetzt. „12 Stunden Arbeit auf dem Montagefließband für die Armaturbretter der Messerschmidt-Flugzeuge. Die geringste Verspätung bei der Arbeit, der kleinste Fehler zog Repressalien nach sich: Fußtritte, Schläge mit dem Gewehrkolben, ständige Beschimpfungen. Wir waren keine Menschen mehr, sondern einfache Arbeitsgegenstände. Wir waren unserer Identität beraubt und lebten in ständiger Angst vor Schlägen oder Bestrafungen“, schildert er seine Zeit in Steyr.

Seine Worte, 2002 im Alter von 80 Jahren an das Mauthausen Komitee Steyr geschrieben, geben gerade am 1.Mai zu denken.

Ich wünsche niemanden die Hölle, die ich erlebt habe, zu erleben… Ich hoffe, dass die jungen Generationen die Lehren aus der Vergangenheit ziehen können, um eine Zukunft des Friedens in Brüderlichkeit zu schaffen. Ich bewahre die Hoffnung, dass man niemals wieder das erlebt, was ich so schwer vergessen kann.“

Sein Schicksal und das Schicksal der anderen Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge werden im „Stollen der Erinnerung“ mit Fotos, Dokumenten und Zeitzeugen-berichten ins Bewusstsein gerufen. Der Eintritt beträgt 5 Euro (ermäßigt 3,50 Euro). Die Temperatur im Stollen beträgt nur ca. 8°-12° Grad. Es wird daher warme Kleidung empfohlen. Geöffnet ist die Ausstellung am 1.Mai 2015 von 10.00 bis 14.00 Uhr.